Adventskalender | 3. Dezember: Für Zuschauer unter 16 Jahren nicht geeignet

Noch nicht so wirklich in Weihnachtsstimmung? Oder ihr seid gar keine Weihnachtsfans? Dann habe ich heute genau den richtigen Film für euch im Weihnachtsgeschichten-Adventskalender. Lehnt euch zurück und schaut dabei zu, wie Weihnachten im Chaos versinkt:

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GREMLINS

Gremlins – Kleine Monster

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Randall Peltzer sucht nach einem Weihnachtsgeschenk für seinen Sohn, Billy. In einem Laden in Chinatown findet er ein putziges Geschöpf. Flauschig, liebenswürdig: ein Mogwai (Kantonesisch: 魔怪, was so viel bedeutet wie „Teufel“) Genau der richtige Begleiter für seinen Sohn, so denkt Peltzer. Der Ladenbesitzer will den Mogwai allerdings nicht verkaufen. Als Peltzer den Laden schon verlassen will, läuft ihm der Enkelsohn des Ladenbesitzers hinterher und überlässt ihm den Mogwai doch – das Geld können er und sein Großvater schließlich gut gebrauchen. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich später herausstellen wird. Denn der Familie Peltzer wird es nicht gelingen, die drei Regeln zu befolgen, die für die Mogwai Haltung notwendig sind:

  1. Kein Grelles Licht – schon gar kein Sonnenlicht!
  2. Ein Mogwai darf auf keinen Fall mit Wasser in Berührung kommen!
  3. Um Gottes Willen, füttere den Mogwai niemals nach Mitternacht! N I E M A L S!

Gut, da fragt man sich natürlich: Wie schwer kann es schon sein, diese simplen Regeln zu befolgen? Es sind schließlich nur drei! Alles nur Idioten in diesem Film? Nein. Denn wir wissen schließlich alle, dass solche Regeln in Filmen oft nur deshalb aufgestellt werden, damit wir sehen können, was passiert, wenn sie gebrochen werden. Die Figuren in der Geschichte haben also eigentlich gar keine Chance. Nachdem der Mogwai bei den Peltzers eingezogen ist (sie taufen ihn „Gizmo“), erfahren wir nach und nach, was der Grund für die zunächst willkürlich erscheinenden Regeln sind: Grelles Licht macht den Mogwai wirr (Sonnenlicht wäre tödlich). Wird er nass, vermehrt er sich plötzlich. Und, oh Gott, wenn man einen Mogwai nach Mitternacht füttert, verwandelt er sich in ein schrecklich fieses, grünes Monster: in einen Gremlin. DAM DAM DAM!

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Nun, der Film heißt Gremlins, daher ist es ja schon vorab klar, dass die Mogwais nicht lange Mogwais bleiben. Nein, erst wird Gizmo nass und es gibt plötzlich mehrere Mogwais, und die besorgen sich zu allem Überfluss auch noch nach Mitternacht etwas zu essen. Und dann: Aaaaah! Die Lage eskaliert innerhalb von Minuten. Es fliegen Häuser in die Luft, Weihnachtsdeko wird zur Mordwaffe und Gremlins explodieren in Mikrowellen – eine Stadt versinkt im Chaos.

Billy Peltzer (Zach Galligan) ist der Protagonist der Geschichte. Er wird versuchen, dem Schreckenszug der Gremlins ein Ende zu bereiten. Eigentlich ist ihm diese Apokalypse aber gerade nicht besonders recht. Denn Billy, ein typischer Teenager des Typs „Netter Typ von Nebenan“ will eigentlich nichts anderes, als endlich mal mit der hübschen Kate (Phoebe Cates) auf ein nettes Date zu gehen – gerade jetzt zur Weihnachtszeit wäre das doch sehr romantisch. Blöd nur, dass gerade die Hölle losbricht. Irgendwas ist halt immer, nicht wahr?

Aber der Film schreit nicht nur vom Plot her mit jeder Faser: „Hallo, ich bin ein waschechter 80er Jahre Knüller“, sondern auch mit seinem Produktionsteam: Steven Spielberg war Executive Producer, Joe Dante führte Regie und das Drehbuch stammt von Chris Columbus – da kann ja eigentlich nichts schiefgehen.
Das Skript durchlief zahlreiche Änderungen, bevor es die Drehfassung erreichte. Der ursprüngliche Entwurf von Chris Columbus war viel düsterer als der Film, der letztendlich produziert wurde. Er enthält zum Beispiel Szenen in der Billies Mutter und sein Hund von Gremlins umgebracht werden. Dass derartige Szenen es nicht in den Film geschafft haben, ist ein Glück. Denn als Gremlins 1984 in die Kinos kam, war er zwar ein kommerzieller Erfolg, aber selbst in seiner abgeschwächten Form führte er zu einem immensen Aufschrei besorgter Eltern. Aufgrund der Filmplakate mit dem flauschigen Gizmo waren sie davon ausgegangen, dass dies ein Kinderfilm sei und waren mit ihrem Nachwuchs ins Kino gegangen. Nach den ersten gewalttätigen und gruseligen Szenen hatten einige von ihnen den Kinosaal schnurschracks wieder verlassen.
Der Film war in Amerika mit der Altersfreigabe PG (Parental Guidance Suggested) erschienen – was so viel bedeutet wie: Ihr solltet eure Kinder nicht allein in diesen Film schicken. Dass diese Einschätzung ein wenig daneben geht, weiß jeder, der den Film schon einmal gesehen hat. Der Gremlin, der im Küchenmixer sein Ende findet, sei hier nur mal beispielhaft aufgeführt. Das verstört Kinder auch, wenn Mama danebensitzt. Tatsächlich war der Film Gremlins zusammen mit Indiana Jones: Temple of Doom der Grund dafür, dass die Alterskennzeichnung PG-13 (Parents Strongly Cautioned) in den USA eingeführt wurde.
In Deutschland hat der Film eine FSK 16 Altersfreigabe. Trotzdem erinnere ich mich ziemlich genau daran, dass ich den Film als Kind gesehen habe – nicht im Kino, aber im Fernsehen. (Woraus ich schließe, dass er vermutlich im Nachmittagsprogramm oder am frühen Abend lief). Dieses Erlebnis hatte mich seinerzeit nachhaltig verstört. Begünstigt wurde diese Tatsache vielleicht davon, dass meine Schwester ein Gizmo-Kuscheltier hatte und ich immer ein bisschen Angst hatte, dass sie es vielleicht nach Mitternacht füttern würde.
Der FSK 16 Freigabe stimme ich daher vollkommen zu. Denn, ja klar, Gizmo singt super schön und ist super süß (deshalb haben sich Stofftiere wahrscheinlich wie warme Semmeln verkauft), aber was aus ihm herausbricht, sicherlich nicht. Die Gremlins sind so eklig und widerlich – eigentlich grusele ich mich immernoch ein bisschen vor ihnen. Aber gleichzeitig kann ich dem Film mittlerweile auch viel abgewinnen – und das nicht nur, weil er zur Weihnachtszeit spielt. Ich habe eine Schwäche für die Blockbuster der 80er Jahre entwickelt und Gremlins versprüht so viel 80er Jahre Charme, dass ich ihn umarmen möchte. (Fun Fact: Die Kulisse für die Stadt Kingston Falls, in der der Film spielt, war dieselbe wie für die Stadt Hill Valley aus einem weiteren 80er Jahre Knüller (und meinem Alltime Favorite): Zurück in die Zukunft.)

Außerdem ist der Mix aus Horror-Elementen und weihnachtlicher Kleinstadtidylle einfach grandios. Der schwarze Humor, der auf dieses Weihnachtssetting trifft, macht den Film zu einem großartigen Spiel der Kontraste. Gremlins ist eine tolle Abenteuergeschichte – mit viel Witz und Action – aber eben auch mit relativ viel Gewalt und Gruselelementen. Daher trifft es die Bezeichnung „Horror-Komödie“ tatsächlich ziemlich perfekt. Der Film entstand übrigens zu einer Zeit, in der genau diese Kombination – also Comedy und Horror – zunehmend populärer wurde. An dem Wochenende, an dem Gremlins in die Kinos kam, lief auch ein weiterer Film des Genres an, der bis heute Kultstatus genießt: Ghostbusters. Ja, die 80er waren eben eine glorreiche Epoche für das Popcorn-Kino – dafür ist Gremlins der beste Beweis.

Wer also keine Lust auf eine fluffige und herzzerreißende Weihnachtsgeschichte hat, sondern lieber ein paar grinchige Gefühle ausleben möchte, der sollte sich Gremlins (mal wieder) anschauen – sofern man älter als 16 ist, versteht sich.
Bis morgen! (Da wird es dann auch wieder ein bisschen besinnlicher – versprochen!)

⇐ Türchen 2          Türchen 4 ⇒

There are 7 comments

  1. ninakol. aka wippsteerts

    Hurra, ich liebe Gremlins! Ich habe ihn natürlich damals im Kino geschaut, als Teen und fand die Küchenscene herrlich. Meine Jungs kennen ihn auch schon, waren auch alt genug, keine Sorge! Allerdings fand ich an den Stop Motion Puppen immer so gut, dass man erkannte, dass sie Puppen sind, was dem Film keinen Abbruch tat, weil er einfach auf einer coolen Idee basierte.
    Danke für ein Stück Erinnerung ( die ich gerade auch durch einen Streaming Dienst aufgefrischt habe, die alte VHS Kassette gibt es nämlich nicht mehr 😶)
    Liebe Grüße
    Nina

    Gefällt 1 Person

    1. Karo

      Ach wie cool – du warst live dabei! Wie haben die Leute so auf den Film reagiert, die mit dir im Kino saßen? Gab’s Schocks und Ohnmachtsanfälle? 😀
      Das mit den Puppen find ich auch! Irgendwie hat das einen ganz speziellen Charme! (Ich liebe ja zum Beispiel auch die Katzenpuppe aus „Sabrina – Total verhext“ :D)
      Liebe Grüße

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    1. Karo

      Ich hab auch erst kürzlich mal wieder – nach etlichen Jahren – einen Gremlin-Rewatch gemacht. So ist die Geschichte auch überhaupt erst hier im Kalender gelandet. Sie ist immernoch großartig 🙂

      Lass deinen Plüschgremlin bloß nicht nass werden 😀

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  2. LeseWelle

    Ich mag die Gremlins total gerne. Habe sogar einen eigenen kleinen Mogwai zu Hause. Allerdings heißt meiner Kopernikus. 😀
    Ich sollte den Film wirklich unbedingt dieses Jahr nochmal schauen. Danke für die Erinnerung.

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