Kurz und knapp: Lesemonat Oktober (und totale Eskalation beim Büchershopping)

Hallo, liebe Freunde der Fiktion. Der Monatsrückblick fährt diesmal mit einiger Verspätung ein. Angina und Mittelohrentzündung hielten und halten mich recht fest im Griff. Die Highlights der letzten Tage waren daher die Momente, in denen die Schmerztabletten anfingen zu wirken und ich fühlte mich einfach zu groggy zum Tippen. Jetzt aber möchte ich das aktuelle Ibu-Hoch nutzen, um doch noch ein paar Worte zum Lesemonat Oktober zu verlieren.

Der letzte Monat war insgesamt ziemlich turbulent – woran der Gewinn des Buchblog-Awards (Whohooo!) nicht ganz unschuldig war. Daher bin ich ziemlich überrascht und auch sehr erfreut, dass das Lesen in diesem Monat trotzdem nicht zu kurz gekommen ist. Und nicht nur das. Die Lektüre war nicht nur reichhaltig, sondern – bis auf eine kleine Ausnahme – auch ausgezeichnet. Aber genug der Vorrede, legen wir los.

Leserückblick

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THE DRAWING OF THE THREE (DREI) – Dark Tower #2
Stephen King

Stephen Kings Magnum Opus, die Buchreihe The Dark Tower, steht schon ewig auf meiner Leseliste. Vor ein paar Monaten hatte ich dann mit dem ersten Buch, The Gunslinger, begonnen, war aber nicht so begeistert davon, wie ich erwartet hatte. Nicht, dass es ein schlechtes Buch wäre, aber ich hatte einfach etwas Größeres, Spannenderes und Imposanteres erwartet.  Und ja, alle Fans dieser Reihe haben mir gesagt, dass man das erste Buch eigentlich auch weglassen könnte und dass es danach so viel besser wird. Aber trotzdem ließ ich die Sache erst einmal eine Weile (ver)sacken, bevor ich zum zweiten Buch der Reihe griff. Was, wie sich herausstellte, ein Fehler war. Denn bei The Drawing of the Three flog ich förmlich über die Seiten. Und das, obwohl die Reise zum Dunklen Turm nicht so sonderlich weit vorankommt. Im Fokus stehen hier eher die Charaktere und ihre, mehr als spannende, Entwicklung. Viel mehr als im ersten Buch hatte ich bei The Drawing of the Three das Gefühl, dass hier etwas ganz Großes beginnt. Ich kann es kaum erwarten, den nächsten Band der Reihe zu lesen.

 

NOTES ON A NERVOUS PLANET
Matt Haig

Ich mag es immer, wenn Bücher mich mein eigenes Verhalten überdenken lassen – und Notes on a Nervous Planet war definitiv eines dieser Bücher. Matt Haig beschäftigt sich hier mit dem Leben in einer modernen Welt, deren Informationsüberfluss nicht gerade förderlich für die mentale Gesundheit ist. Dabei ist es aber keineswegs eines dieser Bücher, das uns belehrt und sagt: Technologie ist böse und sollte verbannt werden, sondern eines, das sich einfach kritisch und aus einer persönlichen Perspektive mit dem Thema auseinandersetzt. In kurzen Kapiteln beleuchtet Matt Haig die moderne Welt und erklärt sie mal wieder mit der scheinbaren Mühelosigkeit, die seine Bücher auszeichnet. Er schildert dabei teilweise Erfahrungen, die wir alle schonmal gemacht haben. Aber er bringt sie so eindringlich und gleichzeitig warmherzig auf den Punkt, dass sie im Gedächtnis bleiben. Mich hat das Buch in jedem Fall dazu bewogen, genauer hinzuschauen und mein eigenes Online-Verhalten zu hinterfragen: Warum scrolle ich um 1 Uhr nachts durch Twitter? Warum checke ich ständig meine Nachrichten, obwohl ich genau weiß, dass ich eigentlich nichts verpasse, wenn ich offline bin? Warum der ständige Druck, alles mitzubekommen? Bereichert das mein Leben? Nein. Deshalb befindet sich mein Handy daheim jetzt oft in einem anderen Raum als ich – und es ist wirklich entspannter. Danke Matt!
Einen kleinen Kritikpunkt an diesem Buch habe ich trotzdem: Wenn man nämlich schon einige Bücher von Matt Haig, insbesondere Reasons to Stay Alive (Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben) gelesen hat, gibt es einige Punkte, die sich wiederholen. Das ist vermutlich beinahe unumgänglich, weil Matt Haig, zumindest was die Non-Fiction Bücher betrifft, von eigenen Erfahrungen berichtet, um ein größeres Bild zu zeichnen. Aber einiges wirkt leider etwas repetitiv. Dass er zum Beispiel viel Kraft aus Yoga Übungen schöpft, ist natürlich super schön für ihn, aber er hatte sich dem Thema schon recht ausgiebig in Reasons to Stay Alive gewidmet. Deshalb sagte ein kleiner Teil von mir an einigen Stellen des Buches: Ja Matt, das weiß ich, du hast es mir schonmal erzählt. Da das aber eben nur einige wenige Abschnitte in diesem Buch betraf, kann ich trotzdem guten Gewissens eine Leseempfehlung aussprechen. Notes on a Nervous Planet ist ein wunderbares Buch, das zum Nachdenken anregt.

 

POE: UNHEIMLICHE GESCHICHTEN
Edgar Allan Poe, ausgewählt von Fjodor Dostojewski, Illustriert von Kat Menschik

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Wow, wow, wow! Dieses kleine Buch hat es wirklich in sich. Nicht nur weil Poes Werke sicherlich vollkommen zurecht zu den Klassikern der Schauerliteratur zählen und sich das Lesen daher immer lohnt, sondern weil die Aufmachung dieser kleinen Sammlung aus dem Galiani Verlag einfach umwerfend ist. Ich gebe zu, mit 18 EUR für rund 90 Seiten ist das Buch nicht gerade ein Schnäppchen. Aber die Gestaltung und Illustrationen von Kat Menschik sind einfach wahnsinnig beeindruckend. Mit dem grellen Orange, dem dunklen Blau und weißen Akzenten verleiht sie den klassischen Geschichten einen modernen Look, an dem ich mich gar nicht sattsehen konnte.
Das Buch enthält drei Geschichten – Das Verräterische Herz, Der schwarze Kater und Der Teufel im Glockenturm. Letztere kannte ich noch nicht, war aber sehr begeistert von ihr, weil sie ganz herrlich bizarr ist. Die anderen beiden zählen wohl zu den bekanntesten Werken Poes – konnten mich aber auch beim nochmaligen Lesen erneut in ihren Bann ziehen.
Was sich mir nicht so richtig erschloss, war allerdings, warum man auf die Auswahl und das Nachwort von Fjodor Dostojewski zurückgegriffen hat. Das Nachwort bot nämlich, meiner Ansicht nach, keine nennenswerten Einblicke in das Werk, sondern beschäftigt sich eher mit Poes ‚Launenhaftigkeit‘ und einem Vergleich zwischen E.T.A. Hoffmann und Poe – wobei Poe dabei nicht so besonders gut wegkommt. Das wirkte für mich irgendwie fehl am Platz. Nichtsdestotrotz ist diese kleine Schmuckausgabe dennoch eindeutig zu empfehlen. Poe Fans würden sich bestimmt freuen, wenn dieses Büchlein unter dem Weihnachtsbaum liegen würde.

 

NORSE MYTHOLOGY (Nordische Mythen und Sagen)
Neil Gaiman

Hach ja, an Norse Mythology erinnere ich mich gerne zurück. Die Nacherzählung einiger Geschichten der nordischen Mythologie konnte mich sehr begeistern. Neil Gaiman stellt hier mal wieder unter Beweis, dass er ein geborener Storyteller ist. Mehr dazu erfahrt ihr in der ausführlichen Rezension: Von Männern, die Pferde gebären: Norse Mythology von Neil Gaiman

 

MEMOIRS FROM MRS. HUDSON’S KITCHEN
Wendy Heyman-Marsaw

In Memoirs from Mrs. Hudsons Kitchen stellt Wendy Heyman-Marsaw einige viktorianische Rezepte und Haushaltstipps vor und schmückt sie mit Anekdoten und Hintergrundinformationen zum berühmten Detektiv, Sherlock Holmes, und zum Leben im viktorianischen England.
Die Aufmachung des Buches hätte für meinen Geschmack gerne etwas mehr Ausarbeitung vertragen können – zum Beispiel ein schöner Hardcover Einband, eine andere Schriftart und mehr Abbildungen. Aber der Inhalt konnte dafür durchaus überzeugen. Ich habe viel über viktorianische Kochkunst gelernt und die Rezepte machen Lust aufs Ausprobieren. Daher werde ich dem Büchlein auch noch einen ausführlicheren Artikel widmen, in dem ich versuchen werde, ein paar Rezepte nachzukochen und meine Küche dabei nicht in Brand zu setzen.

 

PILLOW THOUGHTS
Courtney Peppernell

Ich weiß nicht so recht, was mich dazu bewogen hat, diese Sammlung von Gedichten zu kaufen – vermutlich war es die schöne Aufmachung. Hätte ich in der Buchhandlung ein bisschen genauer reingelesen, wäre mir vermutlich aufgefallen, dass der überwiegende Teil dieser Gedichte nichts für mich ist. Und mit „nichts“ meine ich in diesem Fall „gar nichts“. Klar, ein, zwei schöne Zeilen waren dabei, aber der Großteil der Gedichte löste alles andere als Begeisterungsstürme aus. Wobei „Gedichte“ hier vielleicht gar nicht das richtige Wort ist. Denn mir kam Pillow Thoughts eher vor wie eine Sammlung „inspirierender“ Facebook-Posts, die man vielleicht auch auf Postkarten drucken könnte, um sie der Bravo Girl beizulegen. Die Texte versuchen tiefgründig zu sein, scheitern aber in meinen Augen recht spektakulär – ich konnte mein Augenrollen stellenweise wirklich nur sehr schwer im Zaum halten. Die Krönung war für mich definitiv: “It’s okay to close some doors, hell, it’s even okay to lock them.”
Hell yeah… Es ist übrigens auch okay, Gedichte mit abgeschrabbelten Metaphern blöd zu finden.

NEUZUGÄNGE

Insgesamt sind im Oktober 10 neue Bücher bei mir eingezogen. Einige davon wurden gleich verschlungen und stehen daher schon bei den gelesenen Büchern – Norse Mythology, Notes on a Nervous Planet, Pillow Thoughts und Poe: Unheimliche Geschichten wanderten direkt vom Stapel der ungelesenen auf den Stapel der gelesenen Bücher. Aber damit war in Sachen Neuzugänge noch nicht Schluss…

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Ja, ich weiß. Es sind ganz schön viele Bücher, die ich mir im letzten Monat zugelegt habe. Aber das hat einen Grund: Zum Gewinn des Buchblog-Awards gehörte auch ein Büchergutschein – und der ist eben nicht besonders alt geworden. Deshalb fiel der Zuwachs an neuen Büchern etwas großzügiger aus als sonst. (Whohoooo!)

Besonders freue ich mich über die kleine Schmuckausgabe von J.R.R. Tolkiens The Hobbit, mit der ich schon so lange geliebäugelt habe. Ich lese sie gerade und schwebe in ganz wunderbarer Nostalgie. Auch The Eyre Affair von Japer Fforde war ein Buch, das schon länger auf meiner Wunschliste stand und dank des Bubla-Gutscheins jetzt bei mir wohnt. Auch hier habe ich schon begonnen zu lesen, bin aber noch nicht so wirklich begeistert. Wir werden im nächsten Leserückblick sehen, ob das so bleibt.
Beim großen Gutschein-Shopping sind außerdem dann noch Neil Gaimans Kurzgeschichten-Sammlung Fragile Things und der Roman 84K von Claire North, deren Schreibstil ich sehr bewundere, im Einkaufskorb gelandet. Ich kann mich nicht entscheiden, welches davon ich zuerst lesen soll.
Nach dem Verjubeln des Büchergutscheins gab es dann noch zwei weitere Neuzugänge.
Da der zweite Teil der Dark Tower Reihe von Stephen King mich so in den Bann ziehen konnte, ist quasi direkt nach Beenden noch der Folgeband The Waste Lands geordert worden – es ging nicht anders. Ich freue mich schon sehr aufs Weiterlesen!
Zu guter Letzt gab es noch eine Premiere für’s Bücherregal, nämlich ein Comicbuch: Doctor Strange Epic Collection: Master of the Mystic Arts. Ich liebäugle schon länger damit, mich neben dem Marvel Cinematic Universe mal intensiver mit den Comics zu beschäftigen. Doctor Strange, als mein Lieblingssuperheld, darf daher als Versuchskaninchen herhalten. Ich bin sehr gespannt (und werde natürlich berichten).

Das war’s von mir. Was waren eure Highlights aus dem letzten Monat? Meine Leseliste für die kommenden Wochen ist noch nicht groß genug – ich freue mich immer über Tipps 😊

5 replies

  1. Hi. Ja, J. Fforde ist schon sehr eigen und vielleicht auch noch chaotisch. Ich mag ihn. Aber Zufall, ich habe mir gerade sein neues Buch geholt.
    Jedenfalls ganz viel Gesundheit durchs Netz geschickt. Hoffe, bist zumindest so fit, dass Du lesen kannst!
    Liebe Grüße
    Nina

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    • Danke Dir für die Genesungswünsche 🙂 Langsam geht es zum Glück wieder bergauf!
      Von Fforde hatte ich vor ein paar Jahren schon einmal ein Buch angefangen (Grau) und dann aber nach 100 Seiten nie weitergelesen, obwohl es grundsätzlich eigentlich nach meinem Geschmack war. So ist das bei The Eyre Affair auch: Das Buch hat eigentlich alles was ich mag, aber ich habe trotzdem keinen wirklichen Drang weiterzulesen. Es ist sehr merkwürdig 😀

      Gefällt 1 Person

    • Ich hab mir auch gleich noch eine andere Ausgabe mit weiteren Geschichten zugelegt, weil mich die Schmuckausgabe wieder auf den Poe-Geschmack gebracht hat. 🙂 🙂 🙂

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