[LESERÜCKBLICK] Was vom Mai noch übrig blieb

Vorbei der Mai! Das ist auch gut so – denn stressig war er, der angebliche Wonnemonat. Deshalb bin ich auch nicht allzu viel zum Lesen gekommen. Das schlägt sich zwar nicht unbedingt in der Anzahl der gelesenen Bücher (6) nieder, dafür aber in der Länge der Lektüre. Keines der Bücher hatte viel mehr als 300 Seiten auf dem Buckel.

IMG_20170601_204026_862Aber wie wir alle wissen, können Bücher auch überzeugen, ohne dass man sich einen Bruch hebt, wenn man sie aus dem Regal zieht. Wie sagt man so schön? In der Kürze liegt die Würze.

Mein Highlight in diesem Monat war definitiv Chris Palings Reading Allowed und das Schlusslicht eindeutig Jay Ashers Thirteen Reasons Why. Über beide habe ich mich allerdings schon in separaten Artikeln ausgelassen: hier (Paling) und hier (Asher). Da zwischen überschwänglicher Begeisterung und nur schwer unterdrückbarem Augenrollen aber noch eine Menge Platz ist, hier noch ein paar Worte zu den wunderbaren Büchern aus dem Dazwischen:

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[GELESEN] Chris Paling: Reading Allowed

Als ich Chris Palings Reading Allowed: True Stories and Curious Incidents from a Provincial Library beim Schmökern im Buchladen entdeckte, wusste ich gleich, dass das etwas mit uns werden könnte. Ich hatte gerade eine stressige Woche hinter mir und kurze Geschichten schienen genau das Richtige für mich zu sein. Ein Probelesen hatte mir direkt ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, also landete das Buch kurzerhand in der Einkaufstasche. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass diese Sammlung von Geschichten weit mehr als kurzweilige Unterhaltung sein würde. Je weiter ich las, desto mehr hatte ich das Gefühl, einen kleinen, unentdeckten Schatz in den Händen zu halten.

IMG_20170528_212110_091Seit Chris Paling seine Tätigkeit als Produzent bei BBC Radio 4 an den Nagel gehängt hat, arbeitet er neben der Autorentätigkeit in einer Bibliothek im Süden Englands. In seinem Buch Reading Allowed: True Stories and Curious Incidents from a Provincial Library gewährt er uns nun einen Einblick in den Alltag eines Bibliothekars. Wer jetzt das Klischee des griesgrämigen Büchereivorstehers vor Augen hat, der die Besucher alle 10 Minuten mit einem aggressiven „Schhhh!“ zur Ruhe bittet, wird vermutlich etwas überrascht sein. Denn der moderne Bibliothekar muss sich anderen Herausforderungen stellen als unruhigen Lesern und verspäteten Rückgaben. Chris Paling erzählt uns hier von Verstopfungen im Herrenklo, von der Kunst, Bücher zu ordnen, von Budget-Einschnitten und vor allem von den wunderbar vielfältigen Besuchern der Bibliothek.  Weiterlesen

[GELESEN] Jay Asher: Thirteen Reasons Why

IMG_20170520_133954_329Es gibt Geschichten, die man eigentlich nur liest, weil man wissen will, was es mit dem Hype auf sich hat. Aus genau diesem Grund ist auch Thirteen Reasons Why von Jay Asher in meinem Einkaufswagen gelandet.
Die Netflix Serie ist ja seit ein paar Wochen in aller Munde und hat bereits einiges an Diskussion hervorgerufen. Da musste ich natürlich herausfinden, warum eigentlich alle darüber sprechen. Allerdings wollte ich erst einmal den zugrunde liegenden Roman lesen. Das gehört sich so als Bücherwurm. Außerdem mag ich eine gute Young Adult Story manchmal sehr gerne – und dieses Buch hat auf Goodroods und Amazon gute Bewertungen bekommen. Warum, ist mir im Nachhinein allerdings irgendwie schleierhaft.  Weiterlesen

[GELESEN] Daniel Keyes: Flowers for Algernon

IMG_20170502_220852_709Es gibt unzählige Bücher, die sich so dahinlesen und für den Moment zwar unterhaltsam sind, aber keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das ist in Ordnung – wir alle brauchen hier und da etwas Unterhaltung. Aber im Grunde sind wir doch als Vielleser, Leseratten, Geschichtenliebhaber, Bücherwürmer oder -drachen auf der Suche nach Geschichten, die uns nicht mehr loslassen und noch lange nach dem Lesen beschäftigen, die uns mitreißen, unser Weltbild in Frage stellen, uns berühren und von denen wir sagen: ‚Das ist das Buch, nach dem ich schon immer gesucht habe!‘
Begegnungen dieser Art sind selten, aber es gibt sie. Ich hatte neulich eine: Flowers for Algernon von Daniel Keyes.  Weiterlesen

[Gelesen] Jem Lester: Shtum

Nein, nein, ich habe mich nicht verschrieben. Das Wort ’shtum‘ gibt es wirklich. Es stammt aus dem Jiddischen, bedeutet, wie man vielleicht schon herleiten kann, so viel wie „stumm“, „still“ oder „sprachlos“ und beschreibt die Familie Jewell im Grunde perfekt: Der 10-jährige Jonah ist Autist und hat seit 8 Jahren kein Wort mehr gesprochen – er lebt buchstäblich in seiner eigenen Welt. Doch Jonah ist nicht der einzige in dieser Familie, der seine Gefühle nicht verbal artikulieren kann. Seine Eltern, Ben und Emma, beispielsweise sprechen nie über die Probleme ihrer Beziehung. Als diese schließlich zerbricht, zieht Ben mit Jonah notgedrungen zu seinem Vater Georg – zu dem er allerdings nie ein besonders gutes Verhältnis hatte. Drei Männer unter einem Dach, von denen einer nicht sprechen kann und zwei es nicht wollen – das klingt nicht besonders harmonisch. Ist es natürlich auch nicht.

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Im Klappentext heißt es:
Ten-year-old Jonah lives in a world of his own.
He likes colours and feathers and the feel of fresh air on his skin.
He dislikes sudden loud noises and any change to his daily routine.
Jonah has never spoken, yet somehow he communicates better than all of the adults in his life.‘
Obwohl das durchaus nach einer Geschichte klingt, die mir potentiell gefallen könnte, war es letztendlich eine Kurzrezension auf der ersten Seite, die mich zum Kauf bewogen hat. Dort stand, Shtum wäre „a darker, sadder version of ‚The Curious Incident of the Dog in the Night-Time‘, but just as moving.“
Nun, The Curious Incident of the Dog in the Night-Time von Mark Haddon (Deutscher Titel: Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone) ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Verständlich also, dass mich ein Vergleich wie dieser aufhorchen lässt. Weiterlesen

[Gelesen] Dust and Shadow – Sherlock Holmes jagt Jack The Ripper

wp-1489951762183.jpgVor ein paar Jahren habe ich mal eine Dokumentation über Jack The Ripper gesehen und war danach so verstört, dass ich einige Nächte lang nur mit eingeschalteter Nachttischlampe einschlafen konnte.
Nicht verwunderlich also, dass ich für gewöhnlich einen großen Bogen um Geschichten über die Whitechapel Morde mache.
Aber warum lese dann jetzt von den unzähligen Sherlock Holmes Pastiches ausgerechnet einen der genau diese Mordserie thematisiert?
Nun, zum einen weil Dust and Shadow: An Account of the Ripper Killings by Dr. John H. Watson von Lyndsay Faye recht gute Bewertungen erhalten hat und ich eine Schwäche für gute Pastiches habe und zum anderen weil ich dachte, dass ich mich mit einer Figur wie Holmes an meiner Seite recht sicher fühlen könnte. Es gibt ja so Charaktere die einem, weil man schon so viel Zeit mit ihnen verbracht hat, ein Zuhause-Gefühl oder eben eine gewisse Sicherheit vermitteln – und Holmes ist für mich definitiv einer davon. Außerdem schafft er es für gewöhnlich, Fälle zu lösen, an denen andere scheitern. Die Chancen auf ein Happy End (wenn man in Anbetracht dieses schrecklichen Falls überhaupt davon sprechen kann) standen also gut. Weiterlesen

Gelesen im Januar: Mimikry, Mord, Musik und Federvieh

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Mensch Kinder, wie die Zeit vergeht! Grad noch hat man sich darüber gefreut, das erste Mal korrekterweise 2017 statt 2016 in die Datumszeile geschrieben zu haben, da ist der erste Monat des neuen Jahres auch schon wieder vorbei.
Da die guten Vorsätze meist ohnehin den Neujahrskater nicht überleben, habe ich mir in diesen Jahr gar nicht erst die Mühe gemacht, welche zu formulieren. Abgesehen davon, dass ich mir auf Goodreads das Ziel gesetzt habe, 52 Bücher zu lesen. Kein allzu kniffliger Vorsatz, aber ich wollte auch nicht, dass ich mich zum Bücherkonsum zwingen muss. Lesen soll schließlich nicht zur Pflicht werden, sondern vor allem Freude bereiten – was im Lesemonat Januar definitiv der Fall war.
Zum Start ins neue Jahr gab es einen schönen, bunten Mix an unterschiedlichsten Geschichten: Ein Mann, auf der Suche nach seiner Freundin beginnt, sich selbst zu verlieren, ein Detektiv, der das macht, was er am besten kann: Morde aufklären, eine Dystopie, in der Musik das geschriebene Wort ersetzt, ein toter Jäger, der als Fasan wiedergeboren wird und zum Abschluss ein Superheld ohne Hose und ohne Kompetenz… Weiterlesen

Gelesen im Dezember: Lehrer, Detektive und Mörder

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Ich hatte mir den Dezember in etwa so vorgestellt: Plätzchen backen, hier und da einen Weihnachtsfilm schauen, die Wohnung dekorieren und dann vollgefuttert mit einem Buch in der Hand vor dem Weihnachtsbaum rumliegen, während im Hintergrund meine Weihnachtsplaylist in Endlosschleife dudelt.
Die Realität sah natürlich ganz anders aus. Eine saftige Erkältung und vorweihnachtlicher Stress sorgten dafür, dass ich meine Pläne nicht mal ansatzweise in die Tat umsetzen konnte – nicht einmal die Weihnachtsgeschichte mit den Muppets habe ich gesehen. Skandal! Zum Lesen bin ich demnach auch nicht so oft gekommen, zumindest nicht so oft wie ich es gerne gewollt hätte. Aber es kommt ja bei Büchern schließlich nicht auf die Quantität sondern auf die Qualität an – und in dieser Hinsicht kann ich mit der Dezember-Lektüre im Großen und Ganzen durchaus zufrieden sein. Weiterlesen

Gelesen im November

Ich weiß, wir alle schielen schon mit einem Auge auf die Weihnachtsgans, die Ende Dezember auf uns wartet, aber ich möchte noch einmal kurz innehalten und einen kurzen Blick zurück in den November werfen.
Was die Lektüre betrifft war der letzte Monat vielleicht der beste des Jahres. Meinen eigenen Geschmack habe ich bei der Bücherauswahl wirklich ausgesprochen gut getroffen – was durchaus nicht immer der Fall ist. Ja okay, auch im November war ein Buch dabei, das mich weniger begeistert hat. Aber der Rest? Gut bis großartig!

Blake Crouch – Dark Matter (Dark Matter – Der Zeitenläufer)

Schon ewig hat mich dieses Buch im Bookshop meines Vertrauens angelacht.  Mindestens dreimal hatte ich es in der Hand und habe es dann doch wieder zurück ins Regal gestellt. Bis ich dann irgendwann mal die Widmung gelesen habe: „For anyone who has wondered what their life might look like at the end of the road not taken.“
Naaaa? Wer hat Lust auf eine existentielle Krise?
Offenbar ich. Weiterlesen

Reading Challenge Favoriten

zandvoort

Goodreads Reading Challenge 2016? Check!
Gut, 35 Bücher sind jetzt an Goodreads Standards gemessen nicht besonders viel aber es sind bestimmt ungefähr schon mal 20 Bücher mehr als ich im letzten Jahr gelesen habe. Von daher bin ich einigermaßen stolz auf mich.
Und ja, vielleicht war es auch nicht ganz schwer weil mein Internet für einige Wochen ausgefallen war und es einem dann an Beschäftigungsmöglichkeiten mangelt.
Und vielleicht war es im Grunde auch eigentlich gar keine richtige Challenge, weil Lesen Spaß macht und die Bücher die ich gelesen habe, (überwiegend) super waren. Aber egal.
Die besonders guten möchte ich nun jedenfalls kurz vorstellen (denn man weiß ja: sharing is caring):

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