Escape Berlin: Wo ist Sherlock (wenn man ihn braucht)?

Samstagabend, 18.40 Uhr. Normalerweise treffe ich meine Freunde in Biergärten oder Bars. Heute jedoch sind wir vor einem Bürogebäude nach feinster ostdeutscher Bautradition in der Nähe des S-Bahnhofs Landsberger Allee verabredet. Ich habe mal drei Jahre lang in der Nähe gewohnt, deshalb darf ich auch sagen: hip oder gar schön ist die Gegend hier nicht gerade. Was uns trotzdem hier her verschlagen hat? Vermutlich meine Leidenschaft für Sherlock Holmes. Sobald nämlich irgendwo der Name des Detektivs genannt wird, stellen sich meine Ohren schneller auf, als die einer Katze wenn eine Dose Futter geöffnet wird. Dementsprechend war ich natürlich sofort begeistert, als mich die netten Menschen von Escape Berlin gefragt haben, ob ich nicht Lust hätte, ihren Sherlock Raum zu testen. Ich wollte ohnehin schon lange mal ein Escape Game ausprobieren und in Kombination mit meinem Lieblingsdetektiv war das natürlich DIE Gelegenheit. IMG_20170618_222032_5434
Auch die Freunde mussten nicht lange überredet werden und waren sofort mit von der Partie.
Auf besagte Kompagnons warte ich jetzt gerade und komme derweil mit einer Gruppe junger Männer ins Gespräch. Einer von ihnen trägt einen Umschnallgurt, der mit kleinen Schnäpsen gespickt ist. Offensichtlich ein Junggesellenabschied – ‚Elementary, my dear Watson‘. Sie seien auch wegen des Escape Games hier. Ob ich vielleicht auch einen Schnaps wolle?
„Nee danke, lieber nicht, ich glaub‘, ich muss mich konzentrieren, wir müssen gleich Sherlock suchen. Welchen Raum macht ihr?“
„Wir machen den ‚Schnapsladen‘. Das passt ganz gut.“ sagen sie, und deuten vage in Richtung des Bräutigams in spe mit seinem Schnapsgurt.
Man streckt mir trotzdem ein Schnäpschen entgegen: „Hier nimmste mit, kannste trinken wenn ihr das Rätsel gelöst habt.“ Sie sind ein sympathisches Völkchen und ich wünsche viel Erfolg bei ihrer Mission – woraus auch immer die bestehen mag – und mache mir derweil eine mentale Notiz, den geheimnisvollen ‚Schnapsladen‘ bei der Planung des nächsten Junggesellenabschieds unbedingt zu berücksichtigen.

Warm Up
Meine Mitstreiter sind unterdessen eingetroffen und wir fahren mit dem Fahrstuhl in den 5. Stock des Gebäudes. Freundlich werden wir begrüßt und in den Warteraum gebeten. Hier kann man sich die Zeit damit vertreiben, den unerwartet schönen Ausblick auf die Stadt und den Fernsehturm zu genießen, die ausgelegten Puzzlespiele zu lösen oder, wie ich, zu befürchten, bei der bevorstehenden Mission mit unglaublicher Einfallslosigkeit zu glänzen und sich deshalb „total zum Klops zu machen“ – wie der Berliner so schön sagt.

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[GESPIELT] Holmes – Sherlock gegen Moriarty

Schon wieder ein Artikel über Sherlock Holmes?

Tja, was soll ich machen? Ich hatte unlängst Geburtstag und habe vom Lieblingskollegen ein Holmes-Spiel geschenkt bekommen. Ich kann ja nichts dafür, dass meine Freunde meine Interessen kennen, oder?
Außerdem hatte ich so viel Spaß beim Spielen, dass ich es irgendwie unangebracht fände, das Spiel hier nicht zu erwähnen. Freude muss man teilen. Das weiß doch jeder.

IMG_20170513_173853_520 Also, worum geht es bei Holmes? Nun, nach einem Blick auf den Titel muss man kein Sherlock Holmes sein, um das zu erraten: Es geht natürlich um Holmes und Moriarty. „Elementary, my dear Watson!“ würde der Detektiv jetzt vielleicht sagen. (Aber auch nur vielleicht.)*
Die Spielbeschreibung auf der Schachtel wird allerdings dann doch noch etwas konkreter: Auf das britische Parlament wurde ein Anschlag verübt! Die Beweise sind rar und Scotland Yard tappt im Dunkeln. Da kann nur einer helfen: Sherlock Holmes! Doch im Hintergrund zieht auch Professor Moriarty seine Fäden und versucht eifrig, Spuren zu verwischen. Und so entbrennt ein Duell zwischen den beiden brillantesten Köpfen Londons. Nur wer die meisten Hinweise findet, wird erfolgreich sein. Löst Holmes den Fall oder kommt Moriarty ein weiteres Mal ungeschoren davon?  Weiterlesen

Dixit! [Corlys Themenwoche: Spiele]

Ha! Da habe ich ein entspanntes Wochenende mit Museums- und Buchhandlungsbesuchen und einem wunderbaren Spieleabend mit Freunden hinter mir und überlege gerade, wie daraus wohl eine Einleitung für einen Blogbeitrag bastle, in dem ich mich über das unlängst gespielte Lieblingsspiel auslasse, da entdecke ich plötzlich Corlys momentane Themenwoche zum Thema „Spiele.  Passenderweise möchte Corly nämlich heute wissen, welche Gesellschaftsspiele wir denn so mögen. Einleitung: Check.

Ich bin zwar nicht unbedingt der geselligste Mensch, aber wenn im Freundeskreis ein Spieleabend angekündigt wird, bin ich der erste der „Hier, hier, hier!“ schreit.
Im Grunde spiele ich dabei alles, was gerade auf den Tisch kommt. Am liebsten mag ich aber Spiele, bei denen man entweder mit Worten oder anderen Aktivitäten kreativ sein muss – Tabu oder Cranium zum Beispiel. Da ich außerdem über einen großen Vorrat an unnützem Wissen verfüge, mag ich auch Spiele wie Bezzerwizzer oder Trivial Pursuit sehr gern. Klassikern wie Cluedo oder Monopoly bin ich auch nicht abgeneigt – auch wenn danach für gewöhnlich der Haussegen etwas schief hängt. Und beim zugegebenermaßen etwas fiesen Cards Against Humanity habe ich einen Abend lang mal so dermaßen gelacht, dass ich am nächsten Tag den Muskelkater meines Lebens hatte. Man merkt also – dabei ist alles.
Dennoch gibt es ein Spiel, das es mir mehr als alle anderen angetan hat und das ich, sofern ich mit der Spielauswahl beauftragt wurde, ohne Frage aus dem Schrank ziehe: Dixit!

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Dieses wunderbare Spiel wurde von Jean-Louis Roubira, einem französischen Kindertherapeuten, entwickelt. Aber keine Angst, Dixit eignet sich auch für erwachsene Spieler hervorragend – nicht umsonst wurde es 2010 zum Spiel des Jahres gekürt. Weiterlesen