Reading Challenge Favoriten

zandvoort

Goodreads Reading Challenge 2016? Check!
Gut, 35 Bücher sind jetzt an Goodreads Standards gemessen nicht besonders viel aber es sind bestimmt ungefähr schon mal 20 Bücher mehr als ich im letzten Jahr gelesen habe. Von daher bin ich einigermaßen stolz auf mich.
Und ja, vielleicht war es auch nicht ganz schwer weil mein Internet für einige Wochen ausgefallen war und es einem dann an Beschäftigungsmöglichkeiten mangelt.
Und vielleicht war es im Grunde auch eigentlich gar keine richtige Challenge, weil Lesen Spaß macht und die Bücher die ich gelesen habe, (überwiegend) super waren. Aber egal.
Die besonders guten möchte ich nun jedenfalls kurz vorstellen (denn man weiß ja: sharing is caring):

Ernest Cline – Ready Player One 

In einer nicht allzu weit entfernten, aber ausgesprochen düsteren Zukunft, treffen wir auf Wade Watts, dessen Leben sich, wie das der meisten anderen, zum Großteil in der OASIS abspielt, einer virtuellen Realität, mit beinahe unbegrenzten Möglichkeiten.

Wie Millionen anderer User ist Wade auf der Suche nach den Easter Eggs, die der verstorbene OASIS-Erfinder James Halliday innerhalb der Simulation versteckt hat. Denn wer alle der gestellten virtuellen Rätsel lösen kann, erbt das OASIS Imperium – was nicht zuletzt wegen dem damit verbundenen Vermögen erstrebenswert ist.  Doch diese virtuelle Jagd wird sich für Wade sehr bald in einen Kampf um das Überleben in der realen Welt verwandeln…
Was mich an dieser Geschichte über alle Maßen fasziniert ist, dass sich alles in der Story real anfühlt, obwohl sich der Erzähler (und damit auch wir), die meiste Zeit in einer Computersimulation befindet. Wir sitzen also als Leser mit diesem Buch auf der Couch oder in der Bahn oder sonstwo und erleben ein Abenteuer mit Wade, der wiederum in seinem Versteck sitzt und innerhalb einer Simulation ein Abenteuer erlebt. Für Wade verschwimmen die Grenzen von wirklicher und virtueller Realität dabei – ein durchaus nachvollziehbarer Effekt.
Ready Player One ist zweifelsohne eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. 2018 kommt die Steven Spielberg Verfilmung des Romans in die Kinos. Jetzt ist also noch genug Zeit, vorab den Roman zu lesen um dann sagen zu können: „Das Buch war aber viel besser!“

Mark Haddon – The Curious Incident of the Dog in the Night-Time (Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone)

Eins vorweg: Der deutsche Titel ist irgendwie daneben, und zwar nicht nur weil dabei die Sherlock Holmes Referenz flöten geht, sondern auch, weil ich ein Buch mit einem derart langweiligen Titel im Buchladen niemals aus dem Regal gezogen hätte. Davon abgesehen, gibt es allerdings wenig, das mich an diesem Buch gestört hätte. Im Gegenteil: Es fiel mir schwer das Buch überhaupt abzulegen und ich habe es innerhalb von 24h ausgelesen. Aus einem einfachen Grund: Ich liebe es, wenn mir Geschichten eine andere Sicht auf die Welt ermöglichen – was Mark Haddon hier ausgesprochen gut gelingt. Denn unser Erzähler, Christopher, ist Autist. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Mord am Nachbarshund, Wellington, aufzuklären. Tatsächlich gerät die Lösung dieses Rätsels aber eher in den Hintergrund – gleichermaßen beeindruckend und bewegend war für mich eher die Erzählperspektive, die einen die Welt durch Christophers Augen sehen lässt. Dinge, die für dich und mich alltäglich sind, wie zum Beispiel eine Zugfahrt, wurden dadurch zu einem echten Abenteuer.

Matt Haig – The Humans (Ich und die Menschen)

Mathematikprofessor Andrew Martin ist wie ausgewechselt. Nicht verwunderlich, denn ein Alien hat sich seines Körpers bemächtigt.
Dieses Alien wird nun im Laufe der Erzählung erfahren, was es bedeutet, Mensch zu sein. Zu lieben, zu trauern und die Dinge zu entdecken, die das Leben der sonderbaren Spezies Mensch lebenswert machen.
Nicht, dass diese Idee besonders revolutionär wäre. Aber Matt Haig erzählt mit so viel Witz, scharfer Beobachtungsgabe und Herz, dass eine wunderbare Geschichte entstanden ist, die dich weinen und lachen lässt (manchmal sogar beides zusammen).
The Humans (und insbesondere das Kapitel „Advice for a human„) hat mir viele Lektionen mit auf den Weg gegeben, allen voran: „You shouldn’t have been born. Your existence is as close to impossible as can be. To dismiss the impossible is to dismiss yourself.“

Dave Eggers – The Circle (Der Circle)

The Circle ist der mächtigste Internetkonzern der Welt. Die Plattform ermöglicht es dem User, alle Transaktionen, Sozialisationen und Aktionen im Internet mit einem einzigen Account abzuwickeln. Praktisch – doch Anonymität gehört damit der Vergangenheit an. Das ist auch so gewollt, denn das Ziel des Circles ist es, dass alle Menschen alle Erfahrungen teilen und es weder Privatsphäre noch Geheimnisse gibt – im realen wie auch im virtuellen Leben.
Wir begleiten in diesem Buch eine junge Dame namens Mae Holland, die gerade einen neuen Job in diesem innovativen Unternehmen beginnt. Ein Teil meiner Faszination für diese Geschichte rührt zweifellos daher, dass ich selten auf eine Hauptfigur getroffen bin, die mir so zuwider war wie Mae Holland. Denn sie merkt leider nicht, dass sie manipuliert und hinters Licht geführt wird und dass sie sich von einer schillernden Fassade blenden lässt. Sie wird nicht einmal davon wach gerüttelt, dass Menschen zu Tode kommen. Mae ist auch einer der Hauptgründe dafür, dass das Buch eher durchwachsene Kritiken bekommen hat. Tatsächlich liegt aber für mich darin der Realismus der Geschichte. Denn wie oft hat man sich schon gesagt: „So blöd können die Leute doch echt nicht sein!?“ – und dann waren sie’s doch.

Nicholas Meyer – The Seven Percent Solution (Kein Koks für Sherlock Holmes)

Sherlock Holmes trifft auf Sigmund Freud – nicht freiwillig wohlgemerkt.Der Kokainkonsum des Detektivs ist außer Kontrolle geraten, sodass Holmes am Rande des Wahnsinns wandelt und Watson sich dazu gezwungen sieht, Holmes nach Wien zu lotsen um ihn dort von Freud therapieren zu lassen. Natürlich ergibt sich neben dem Sucht-Problem zufällig auch noch ein anderer Fall, den es zu lösen gilt und der in einer wahnwitzigen Verfolgungsjagd mündet, bei der Sigmund Freud unermüdlich Kohlen schippt und Holmes sich einen Schwertkampf auf dem Dach eines fahrenden Zuges liefert. Was jetzt in dieser Zusammenfassung nach bizarrer Fan-Fiction klingt, ist tatsächlich eine ausgesprochen spannende Geschichte, die mich mein Abendessen im Ofen hat vergessen lassen und die am Ende sogar noch eine mögliche Erklärung zu Fragen liefert, die man sich als Sherlockianer sicherlich schon einmal gestellt hat: Wieso ist Sherlock überhaupt drogensüchtig geworden? Wieso isoliert er sich von anderen? Woher stammt sein Misstrauen gegenüber Frauen? Und wieso machen Watsons Darstellungen des Vorfalls am Reichenbach-Wasserfall so wenig Sinn?

Charlie McDonnell – Fun Science: A Guide to Life, the Universe and Why Science is so awesome (Noch nicht auf Deutsch erschienen)

YouTuber, die Bücher schreiben…davon gibt es momentan wirklich genug. Das erste und einzige, das ich von diesen Werken gelesen habe und lesen werde ist dieses hier.

Wer Charlies Fun Science Videos kennt (und vermutlich liebt), kann sich ziemlich genau vorstellen, was ihn hier erwartet (zumal der Titel ja eigentlich auch selbsterklärend ist): Wissenschaftliche Fakten, unterhaltsam verpackt. Im Grunde also genau das, was man sich früher im Schulunterricht gewünscht hätte, aber nicht bekommen hat.
Was Charlie hier präsentiert ist eine kurze Geschichte von fast allem – angefangen beim Universum, über das Sonnensystem, unseren Planeten, den Menschen, Zellen bis hin zu Atomen und Subatomaren Partikeln.
Und ja, vieles von dem was in dem Buch erläutert wurde, war mir bereits bekannt. Aber man muss dazu sagen, dass ich auch nicht die nicht die Zielgruppe für dieses Buch bin. Es richtet sich eher an Menschen, die erst noch für Wissenschaft begeistert werden müssen. Aber hört nicht gern die Greatest Hits?
Dennoch habe ich einiges erfahren, das mir bis dato völlig unbekannt war (zum Beispiel dass ich sehr wenig über Uranus weiß).
Was für mich das Buch allerdings so lesenswert gemacht hat, sind Charlies Enthusiasmus für Wissenschaft und seine Faszination für das Universum, die sich auf jeder einzelnen Seite niederschlagen. Es ist offensichtlich, dass in diesem Buch viel Arbeit und Herzblut stecken. Deshalb: The universe is awesome, and so is this book!

R.J. Palacio – Wonder (Wunder)

Aufgrund eines Gendefekts ist Auggie Pullmans Gesicht entstellt – so sehr, dass andere Kinder auf dem Spielplatz schreiend vor ihm weglaufen. Aus nachvollziehbaren Gründen wurde Auggie deshalb bisher zu Hause unterrichtet. Aber nun soll er auf eine richtige Schule kommen, was nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das Leben seiner Mitmenschen verändern wird.
Erzählt wird die Geschichte teils von Auggie selbst, teils von anderen, wie seinen Mitschülern oder seiner Schwester. Wir treffen hier auf viele unterschiedliche Charaktere – manche möchte man in den Arm nehmen, manchen möchte man eins auf die Fresse hauen und manchen möchte man sagen, dass man sie verstehen kann.
Zwar ist Wonder ein Kinderbuch, aber wie es häufig bei Kinderbüchern der Fall ist, gelingt es dieser Geschichte ohne weiteres auch ausgewachsene Leser zu bewegen. Dementsprechend würde ich nicht empfehlen dieses Buch in der Öffentlichkeit zu lesen, es sei denn man stört sich nicht daran, vor anderen Menschen in Tränen auszubrechen.

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