Fantastic Beasts and Where to Find Them

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Als ich hörte, dass man Fantastic Beasts und Where to Find Them verfilmen wollte, war ich, wie viele andere, zunächst ausgesprochen skeptisch. Wie zur Hölle sollte man aus einem ganze 42 Seiten umfassenden Lexikon einen guten zweistündigen Kinofilm machen?
Aber als während der Produktion immer mehr Details ans Licht kamen – dass die Königin, J.K. Rowling, persönlich das Drehbuch schreibt, dass Harry Potter Regisseur David Yates Regie führt und nicht zuletzt dass der Oscar prämierte, sympathische und im Großen und Ganzen einfach wunderbare Eddie Redmayne die Titelrolle übernehmen wird – verflüchtigten sich meine Bedenken langsam und verwandelten sich in Vorfreude. Wohlgemerkt versuchte ich diese im Zaum zu halten. Denn es ist natürlich so, dass der, der sich übermäßig freut auch übermäßig enttäuscht werden kann…

Retrospektiv betrachtet waren meine Anstrengungen in diesem Punkt allerdings überflüssig denn Fantastic Beasts and Where to Find Them ist – man vergebe mir diese naheliegende Wortwahl – einfach zauberhaft. Ein seeliges Grinsen hatte sich nach dem Kinobesuch in mein Gesicht eingemeißelt und wenn ich mehr als zwei Daumen hätte, würden auch diese nach oben zeigen.

Wir reisen in diesem Film ins New York der 20er Jahre und befinden uns damit nicht nur 60 Jahre vor Harrys Geburt sondern auch in einer ganz anderen Ära der Zaubererwelt. Die Zauberergemeinschaft dieser Zeit wird vom schwarzen Magier Grindelwald in Atem gehalten, über den wir schon in Harry Potter and the Deathly Hallows einiges erfahren haben. Er möchte die Zauberer aus dem Untergrund führen und eine Herrschaft über die nichtmagische Bevölkerung etablieren, all das unter dem Slogan: For the greater good.
Unser Titelheld, der magische Zoologe Newt Scamander, hat allerdings derweil andere Probleme, denn einige der Kreaturen aus seinem Koffer – der, genau wie Doctor Whos TARDIS innen größer ist als außen – sind entwischt, treiben sich nun in New York herum und müssen dringlichst wieder eingefangen werden.

Gut, wir befinden uns also in einer neuen Ära und in einer neuen Stadt. Was fehlt noch? Natürlich, neue Charaktere. Wir hätten da die in Ungnade gefallene Ex-Aurorin Tina Goldstein, ihre zauberhafte, Gedanken lesende Schwester Queenie und den liebenswerten Muggle – oder No-Maj, wie man sie in Amerika nennt – Jacob Kowalski.
Und dann ist da natürlich noch Newt Scamander persönlich. Intelligent, sozial eher ungeschickt und mit einer brennenden Leidenschaft für magische Tierwesen. Kurzum: ein Charakter nach meinem Geschmack (ja, ich bin ein bisschen verliebt).
Beinahe genauso charmant wie Newt selbst sind die Tierchen aus seinem Koffer. Allen voran der anhängliche Bowtruckle Pickett und der dreiste, goldscheffelnde Niffler. Zweifellos ein Publikumsliebling, den man sicherlich bald als Stofftier erwerben kann (und ich werde der erste sein, der einen kauft).

Aber nicht alles ist neu. Was bleibt ist, dass J.K. Rowling eine begnadete Geschichtenerzählerin ist. Dementsprechend glänzt auch ihr Drehbuchdebüt mit Spannung, Liebe zum Detail, Witz, ganz viel Charme und einer Leichtigkeit, die wir eher aus den ersten Harry Potter Geschichten kennen. Es tut der Sache auch keinen Abbruch, dass beinahe das gesamte Produktionsteam der Harry Potter Filme hier mit am Werk war, um dem geneigten Potterhead ein heimeliges Gefühl, ganz abseits von Hogwarts, zu vermitteln – und das mit Erfolg. Harry geht, Newt kommt, die Magie bleibt. Same, same, but different…

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