Gärtnern für Geeks

Aloha, Nerdmigos. Nein, ich habe heute leider keine Bücher für euch. Stattdessen gibt es einen kleinen Ausflug in die Pflanzenwelt mit popkultureller Basteleinlage.

Ich habe nämlich unlängst festgestellt, dass mein Daumen doch gar nicht so schwarz ist, wie ich immer gedacht habe. Vor ein paar Jahren, so schien es, verwitterten Pflanzen schon bei meinem bloßen Anblick und starben quasi sofort nachdem sie in meine Wohnung gezogen waren. Nun aber, mit 30 Jahren, bin ich tatsächlich in der Lage, Pflanzen am Leben zu erhalten, ja, sie sogar zum Wachsen und Blühen zu bringen. Wer hätte das gedacht! Angespornt und inspiriert von der Pflanzenliebe meiner wunderbaren Freundin Carla von Faun&Faun, habe ich sogar eine kleine Leidenschaft für Grünzeug in meiner Wohnung entwickelt.

Aber damit die Pflänzchen auch zum Rest meiner Wohnung passen, entstanden bald ein paar Ideen, wie man Grünes in geekige Wohnlandschaften integrieren kann. Drei davon stelle ich euch hier vor – natürlich mit Anleitung zum Nachbasteln.

Pflanzschalen (Gotta Catch ‚Em All)

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Für diese kleinen Pflanzen-Arrangements braucht ihr zunächst einmal ein geeignetes Gefäß – das bekommt ihr im Grunde überall wo es Wohn-Deko gibt. Bei der Größe solltet ihr darauf achten, dass die Schale nicht zu klein ist, weil ihr eben auch entsprechend kleine Pflanzen braucht. Die Schale mit dem Pikachu unten hat einen Durchmesser von 13 cm und ab da wird es kniffelig, entsprechende Pflanzen zu finden. Die beiden anderen Schalen (Dino und Bisasam) sind 16 cm im Durchmesser, was einem etwas mehr Spielraum verschafft.


Wenn ihr die passende Schale ausgewählt hat, könnt ihr euch nun Pflanzen besorgen, die darin zukünftig wohnen werden. Ich habe verschiedene Arten von Sukkulenten und Tillandsien (das sind Pflanzen, die keine wirklichen Wurzeln haben und in der Natur auf Bäumen und Steinen leben) verwendet.
Habt ihr eure Pflanzen dann beisammen, braucht ihr nur noch entsprechende Blumenerde – bei Sukkulenten am besten Kakteen- und Sukkulentenerde (Danke, Captain Obvious!) – ein paar Steine und es kann losgehen.


Die Steine kommen in die unterste Schicht der Schale. Das ist besonders wichtig, wenn die Schalen, die ihr verwendet, keinen Abfluss haben. Sukkulenten mögen nämlich keine nassen Füße und durch die Steine kann das Gießwasser sich unten sammeln, ohne dass man den Wurzeln kleine Gummistiefel anziehen muss.

Wie viele Pflanzen ihr in eine Schale pflanzt, bleibt euch überlassen. Bei mir sitzen jeweils 3 Sukkulenten und 1-3 Tillandsien drin. Sind die Pflanzen erstmal und in die Erde gebettet, geht es an das Verteilen der restlichen Deko. Hier sind der Fantasie natürlich keine Grenzen gesetzt – ihr könnt eurer Kreativität freien Lauf lassen. Ich habe Potpourri (Moos und Tannenzapfen) und andere Deko-Utensilien aus einem 1-Euro-Shop benutzt (auch wenn manches davon mehr als 1 Euro gekostet hat). Hinzu kommen die nerdigen Bewohner der Schalen. Als alter Pokémon-Freund sitzt bei mir in einer Schale ein kleines Bisasam, das gleichzeitig ein Blumentopf ist, mit einer Tillandsie auf dem Rücken und in einer anderen ein kleines Pikachu. Wer keine Pokémon mag kann natürlich auch etwas anderes in die Schale setzen. Ewoks vom Waldmond Endor, kleine Star Trek Figuren, die einen fremden Planeten erkunden – gleiches gilt für den Doctor und seine TARDIS – oder Groot aus Guardians of the Galaxy machen sich sicherlich allesamt gut in diesen Landschaften. Wer es nicht so mit Popkultur-Referenzen hat, kann auch einfach eine Dinosaurier-Figur benutzen – die macht sich nämlich besonders gut in so einem prähistorisch anmutenden Wäldchen. Natürlich kann man die Figuren auch ganz weglassen – dann sind die Schalen ein nettes Geschenk für Mutti oder Omi.

Blumentöpfe pimpen

Wer nicht extra Pflanzen kaufen oder umsiedeln möchte, kann vielleicht einfach seine Blumentöpfe upgraden. Zwei Möglichkeiten zeige ich euch hier.

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Simpsons-Fans werden ihn sicherlich sofort erkennen: Bart Simpsons Erzfeind Tingeltangel Bob… oder in diesem Fall: Tingeltangel Farn. (Nein, das ist Deutsch und heißt DIE BART, DIE.)
Für den grünen Bob braucht man nicht viel: Einen Topf, einen zurecht geschnittenen Ausdruck von Bobs Gesicht in der passenden Größe (ihr seht, meiner ist eigentlich ein bisschen zu kurz), Klebstoff – ich empfehle Kleber für Serviettentechnik, und eine Pflanze, die Bobs Haarpracht möglichst artgerecht abbildet – zum Beispiel einen Schwertfarn.

Den Ausdruck bepinselt ihr auf der Rückseite mit dem Kleber, bringt ihn in die gewünschte Position und streicht Bob dann ein paar Mal über das Gesicht damit er gut haften bleibt. Fertig!

Und da wir gerade schon den Kleber für Serviettentechnik in Griffweite haben… Von dieser Technik könnten auch noch weitere Blumentöpfe profitieren. Denen kann man nämlich damit ein neues Outfit verpassen.

Dafür eignen sich zum Beispiel Buchseiten von ausgesorgten Lieblingsbüchern, alte Comics oder, so wie bei mir, Marvel Geschenkpapier. Das habe ich im ersten Schritt zunächst mal in handliche Stücke geschnitten. Dann bepinselt man den Topf nach und nach mit dem Kleber, legt das Papier drauf und bestreicht dann die Oberseite des Papiers mit dem Leim. Wie man die Papierstücke dabei anordnet – ob nun kreuz und quer oder akkurat aneinandergereiht – bleibt dabei natürlich euch überlassen. (Ich gehöre zum Team ‚Kreuz und Quer‘, wie man sieht.)

Pixel Blumen

Zum Schluss gibt es noch einen Gartentipp für Menschen, die mit echten Blumen wirklich gar nichts am Hut haben und Super-Mario mögen: Piranha-Pflanzen.
Wer früher (oder heute) viel Zeit vor der Nintendo Konsole oder dem Game-Boy verbracht hat, wird sie sicherlich noch kennen, diese fiese Pflanze, die immer aus den grünen Röhren hervorgeschossen kam. Sie mag nicht besonders nett sein, aber dafür sieht sie hübsch aus.
Glücklicherweise lässt sich dieses Gewächs ganz leicht mit Bügelperlen nachbauen. Natürlich erfordert dies aber das entsprechende Equipment: Steckplatten, Perlen und Bügeleisen sind unverzichtbar. (Man kann aber noch anderes daraus basteln. Untersetzer zum Beispiel. Oder Magnete. Oder Weihnachtsbaumschmuck. Oder… oder… oder… Die Anschaffung lohnt sich für Bastelfreunde also.)

Wenn man das alles aber schon daheim hat, braucht man nur noch eine Vorlage zum nachbauen. Die findet ihr unter anderem auf Pinterest – zum Beispiel hier. Die Blume legt ihr dann gemäß der Vorgabe auf der Steckplatte nach, bedeckt sie mit Backpapier und bügelt sie ein paar Minuten. Das fertige Pflänzchen könnt ihr dann noch in einem schmalen, grünen Blumentopf (oder, wie ich, in einem Pappbecher) arrangieren. Für besseren Halt habe ich Kunstsand verwendet – Steine, echte Erde oder Styropor gehen aber natürlich auch. Fertig ist die Pflanze, die darauf pfeift, wenn man vergisst, sie zu gießen.

Apropos, da das für lebendige, normalsterbliche Pflanzen nicht gilt, verabschiede ich mich nun zum Blumengießen – this is my life now… Habt ihr noch andere geekige Garten- und Basteltipps?

9 replies

  1. Hi. Ich liebe Sukkulenten. Und man kann alles mögliche in die Pötte stellen, macht auch noch Spass. Nun, ich bin eher gegen Pokemon, aber ansonsten gibt es so viel!
    Danke, bis jetzt lagen bei mir eher Knicker zwischen dem Grün.mIch finde bestimmt mehr!
    Liebe Grüße
    Nina

    Gefällt 1 Person

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