The Final Countdown: Lieblingsbücher 2017

So Freunde, während wir noch selig die Weihnachtsgans verdauen, bahnt sich schon die nächste Feierlichkeit an: der Jahreswechsel. Traditionell eine Zeit, in der man die letzten Weihnachtssüßgikeiten verspeist, Pläne schmiedet, Vorsätze fasst und das alte Jahr noch einmal Revue passieren lässt.
Den Vorsatz vom letzten Jahr, mehr zu lesen, habe ich recht gut gemeistert. Das gesetzte Ziel von 52 Büchern habe ich ohne größere Schwierigkeiten erreicht. Whooop, whooop!
Natürlich hatte dieses Lesejahr seine Höhen und Tiefen. Einige Bücher habe ich vorzeitig abgebrochen, weil ich einfach nicht mit ihnen warm wurde und bei anderen musste ich den Drang unterdrücken, sie wütend in die Ecke zu feuern ( *hust* Thirteen Reasons Why) oder mit dem Kopf vor lauter Langeweile auf die Tischplatte zu knallen (ja, Watership Down, ich gucke in deine Richtung).
Aber da Fiktion fetzt ja eigentlich ein Blog über gute Geschichten ist, möchte ich mich lieber mit den Highlights des Lesejahres beschäftigen. Und weil ich Hitlisten so mag, dachte ich, ich erstelle mal eine kleine Top Ten Liste. Wohlgemerkt finden sich auf dieser Liste nicht ausschließlich Bücher, die 2017 erschienen sind – aber ein spätzündendes Huhn findet auch mal ein Buch (oder wie auch immer dieser Spruch lautet). Harry Potter und andere Bücher, die ich in diesem Jahr nicht zum ersten Mal gelesen habe, sind hier außerdem ausgeklammert – auch wenn sie immer ein Highlight sind, und es immer bleiben werden.
Aber gut, hier sind sie also, meine 10 Favoriten aus dem Lesejahr 2017. Der Countdown läuft.

10

NORTHERN LIGHTS (DER GOLDENE KOMPASS)
Philip Pullman

We are all subject to the fates. But we must act as if we are not, or die of despair.

Philip Pullmans Northern Lights ist eines dieser Bücher, bei denen ich mich gefragt habe, wieso ich sie nicht schon viel früher gelesen habe. Insbesondere da ich seit dem Ende der Harry Potter Serie auf der Suche nach einer ebenso fesselnden Fantasy Reihe bin und dieser Auftakt zur His Dark Materials Serie mehr als vielversprechend war. Die fantastische Welt rund um die mutige Lyra, die Philip Philip Pullman hier geschaffen hat, hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich kann es kaum erwarten, die anderen beiden Bücher der Reihe zu lesen.

9

WE ARE THE ANTS
Shaun David Hutchinson

If you knew the world was ending, and you had the chance to stop it, would you?

Ein Young Adult Roman über einen Teenager, der das Ende der Welt verhindern kann, aber nicht weiß, ob er das tatsächlich tun soll. We Are The Ants hat mich vollkommen mitgerissen und ich habe die Seiten förmlich verschlungen. Selten habe ich einen Protagonisten getroffen, der mir so am Herzen lag. Ja, natürlich möchte man, das er die Welt vor dem Untergang bewahrt. Aber noch viel mehr möchte man, dass er selbst in dieser Welt weiterleben möchte.

Mehr dazu im Artikel: Gelesen im Februar | 2017

8

THE TIME MACHINE (DIE ZEITMASCHINE)
H.G. Wells

I grieved to think how brief the dream of the human intellect had been. It had committed suicide.

Klein aber oho! H.G. Wells hält sich nicht lange mit Namen oder Erklärungen auf: Der ‚Time Traveler‘ hat eine Zeitmaschine und reist damit in eine weit entfernte Zukunft. Dort ist die Zivilisation in zwei Gruppen gespalten: Die friedlichen Eloi bevölkern die Erdoberfläche während die fleischfressenden Morlocks im Untergrund leben. Die Szene, in der unser Time Traveler zu diesen Morlocks hinabsteigt, ist eine der gruseligsten, die ich je gelesen habe und verursacht auch im Nachhinein beinahe noch Gänsehaut.
Zwar ist die Geschichte am Ende in sich geschlossen, aber lässt dennoch Raum für wunderbare Spekulationen hinsichtlich des Schicksals des Time Travelers – was wohl mehr als angebracht ist, wenn jemand eine Zeitmaschine besitzt.
Mit seinen 122 Seiten ist das Buch aus dem Jahr 1895 nicht gerade ein Wälzer, aber es hat alles, was eine großartige Geschichte braucht. The Time Machine ist zu Recht ein Sci-Fi Klassiker.

7

VON MR. HOLMES ZU SHERLOCK
Mattias Boström

…ein solches Buch konnte ich nicht finden. Also beschloss ich, es selbst zu schreiben.

Es war ja klar, dass der Meisterdetektiv hier früher oder später in Erscheinung tritt (und es wird nicht sein letzter Auftritt sein).
Mattias Boströms Von Mr. Holmes zu Sherlock gehört allein schon deshalb in diese Liste, weil ich noch nie so viel über die Welt des berühmten Detektivs gelernt habe wie in diesem Buch – nicht nur über Sherlock Holmes selbst sondern vor allem über die Menschen, die den Mythos am Leben gehalten und immer wieder neu haben aufleben lassen. Boström schreibt dabei so unterhaltsam und mit so viel Enthusiasmus, dass man beinahe nicht glauben möchte, dass es sich hierbei um ein Sachbuch handelt.

Mehr dazu im Artikel: [GELESEN UND GEHÖRT] Viermal Holmes

6

THE CHIMES (DER KLANG DER ERINNERUNG)
Anna Smaill

… I went down to the river. I was trying to find where the silence was coming from.

The Chimes ist ganz anders als jedes Buch, das ich bisher gelesen habe. Es erzählt von einer dystopischen Zukunft, in der Musik so allgegenwärtig ist, wie Sprache in unserer. In dieser Welt ist das geschriebene Wort verboten und Erinnerungen verblassen nach wenigen Stunden. Beeindruckt hat mich vor allem Anna Smaills Fähigkeit, Melodien so in Text zu verwandeln, dass es scheint, als sitze ein kleiner Pianospieler im eigenen Kopf. Deshalb kann ich auch darüber hinwegsehen, dass es dem Roman hier und da ein wenig an Hintergrund und Erklärungen mangelt. Ein beeindruckendes Debüt.

Mehr dazu im Artikel: Gelesen im Januar: Mimikry, Mord, Musik und Federvieh

Gut. Bis hier hin waren das alles Bücher, die ich auf Goodreads noch mit 4 Sternen bewertet habe, weil ich trotz der Großartigkeit noch Kleinigkeiten auszusetzen hatte. Aber nun kommen wir zu den 5 Sterne Büchern. It’s the final countdown. Dädädäädäää!

5

HOW TO STOP TIME (WIE MAN DIE ZEIT ANHÄLT)
Matt Haig

It is strange how close the past is, even when you imagine it to be so far away. Strange how it can just jump out of a sentence and hit you. Strange how every object or word can house a ghost.

Ich habe Matt Haigs neues Buch mit Spannung erwartet, und wurde nicht enttäuscht. How to Stop Time erzählt die Geschichte eines Mannes, der weiterlebt, während die, die er liebt sterben. Matt Haig trifft mit seiner Geschichte über den Fluch und den Segen von Erinnerungen wieder einmal ohne Umwege direkt ins Herz. Er ist, in meinen Augen, einer der besten Autoren unserer Zeit.

Mehr dazu im Artikel: [GELESEN] Matt Haig: How to Stop Time

4

READING ALLOWED
Chris Paling

Like pharmacists, I’m sure, librarians can’t help but read something of the symptoms of their customers by the medicine they’ve been prescribed – or, in the case of the library, are self-administering.

In Reading Allowed erzählt uns Chris Paling kurze, wahre Geschichten aus einer Bibliothek in Großbritannien und gewährt somit einen Einblick in den Alltag des modernen Biliothekars.  Er berichtet aber vor allem von den Menschen, die in der Bibliothek Zuflucht, Gesellschaft oder Antworten suchen. Einige dieser Geschichten haben mich traurig, einige nachdenklich, andere lachend zurückgelassen. Aber alle mit dem wunderbaren Gefühl, hier auf einen kleinen wunderbaren Schatz gestoßen zu sein.

Mehr dazu im Artikel: [GELESEN] Chris Paling: Reading Allowed

3

THE WHOLE ART OF DETECTION
Lyndsay Faye

I’d sooner desert you at the height of a dangerous pursuit than leave you to fend yourself at a high-ranking tea.

Schon der zweite Auftritt des Detektivs in dieser Hitliste. Aber ich kann auch nichts dafür, dass Lyndsay Faye mit The Whole Art of Detection eine so wunderbare Sammlung von Holmes Pastiche-Geschichten aus dem Ärmel gezaubert hat, dass ich mir wünschte, sie würde nie wieder etwas anderes tun, als derartige Geschichten zu schreiben. Spannend, clever, witzig – The Whole Heart of Detection hat alles, was das Sherlockianer-Herz begehrt – und noch viel mehr.

Mehr dazu im Artikel: [GELESEN, GEHÖRT, GESPIELT] Neues von der Deerstalker-Front

2

FLOWERS FOR ALGERNON (BLUMEN FÜR ALGERNON)
Daniel Keyes

“I don’t know what’s worse: to not know what you are and be happy, or to become what you’ve always wanted to be, and feel alone.”

Selten hat mich ein Buch so berührt und zum Nachdenken angeregt wie Flowers for Algernon. In dieser Geschichte wird die Intelligenz eines Mannes durch eine Hirnoperation gesteigert. Die Erkenntnisse, die er dadurch über sich und die Welt gewinnt, sind nicht immer einfach mitzuerleben. Flowers for Algernon ist defintiv ein Buch, das man gelesen haben sollte.

Mehr dazu im Artikel: [GELESEN] Daniel Keyes: Flowers for Algernon

1

ALL THE LIGHT WE CANNOT SEE (ALLES LICHT, DAS WIR NICHT SEHEN)
Anthony Doerr

“So how, children, does the brain, which lives without a spark of light, build for us a world full of light?”

Ein Buch, das nachhallt. All the Light We Cannot See erzählt die Geschichte eines blinden Mädchens aus Frankreichs und eines deutschen Soldaten, deren Wege sich im Jahre 1944 kreuzen. Aber es ist keine schmalzige Liebesgeschichte sondern ein Buch voll von Tragik, Trauer, Verlust, Schuld, Konflikten aber auch Hoffnung, und dabei so schön geschrieben, dass ich hin und wieder nach einem Absatz innehalten musste, um all die sprachlichen Feinheiten, die Metaphern oder die simple Schönheit eines kleines Satzes auf mich wirken zu lassen. Ein Meisterwerk!

Mehr dazu im Artikel: Gelesen im Februar | 2017


So, meine Lieben, das war’s von mir (für dieses Jahr). Aber was waren eure Lese-Highlights in 2017? Mein Stapel ungelesener Bücher ist noch nicht groß genug – ich würde mich freuen, ihn für 2018 mit euren Tipps aufzustocken.
Bis dahin: Einen guten Rutsch und ein frohes und gesundes neues Jahr!

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