Ready Player One (Trailer) – Och nö…

Wenn man erfährt, dass eines der Lieblingsbücher verfilmt wird, ist das ein zweischneidiges Schwert. Einerseits freut man sich wie ein Schneekönig darüber, die geliebte Geschichte nun bald auf der Kinoleinwand sehen zu können, andererseits hat man (berechtigte) Zweifel daran, dass die Verfilmung dem Buch auch gerecht werden kann. Die Sache beim Lesen ist nämlich, dass das jeder für sich alleine macht und daher jeder ganz persönliche Vorstellungen von Schauplätzen und Charakteren hat. Zwei Leute können zwar das selbe Buch lesen, aber sie haben dabei trotzdem verschiedene Bilder vor Augen. Es ist deshalb nicht gerade leicht, es dem Leser in dieser Hinsicht recht zu machen. Aber bei Ready Player One war ich hinsichtlich der Verfilmung guter Hoffnung – Steven Spielberg wird das schon wuppen…dachte ich zumindest. Bis ich den ersten Trailer gesehen habe, der am letzten Wochenende auf der San Diego Comic Con vorgestellt wurde…

Von „Juchu, endlich ein Trailer!“ zu „Och nö…“ in 2 Minuten.
Ich weiß, ich weiß – das ist nur ein Trailer und der Film wird vielleicht mehr zu bieten haben. Aber wo ist die 80er Jahre Nostalgie, die einen nicht unbeträchtlichen Teil der des Buches einnimmt? Der Mix zwischen futuristisch anmutender Virtual Reality und der Hommage an die 80er Jahre Arcade-Gaming Kultur haben für mich den Charme des Buches ausgemacht. Hätte man das nicht schon mal im Trailer andeuten können anstatt diverse Dinge in die Luft zu jagen? Wenigstens ein bisschen?

Andeuten können hätte man vielleicht auch die Handlung. Denn anders als der Trailer es vermuten lässt, gibt es tatsächlich eine – und die ist gut, sehr gut sogar! (Ein paar Worte zur Story hab ich an anderer Stelle schon verloren – falls jemand Interesse hat.)

Was ich an Ernest Clines Buch beim Lesen so beeindruckend fand, war dass sich alles in der Geschichte realistisch angefühlt hat obwohl sich der Erzähler (und damit der Leser) die meiste Zeit über in einer Simulation befindet. Ein Effekt, den dieser Trailer bei weitem nicht erzielen und nicht einmal erahnen lassen konnte – hier glaube ich sofort, dass ich nicht in der „realen“ Welt bin.
Mir ist klar, dass man im Trailer die actionreichsten Szenen zeigt, und nicht, wie Wade Watts in der virtuellen Realität zur Schule geht. Aber muss man es denn gleich aussehen lassen wie eine optisch ansprechendere Version der Transformers?
Meh.

Das Trauma von Watership Down

Ein Trickfilm mit süßen Häschen? ‚Damit kann man wohl nichts falsch machen‘, dachte eine Lehrerin im beschaulichen Brandenburg und präsentierte ihrer Grundschulklasse den Film „Watership Down – Unten am Fluss“.
Was die Schüler zu sehen bekamen, war allerdings keine fröhliche Geschichte über lustig hüpfende Hasen sondern ein düsteres Abenteuer mit zerfetzten Hasenohren, scharfen Krallen, allerhand Blut und dem „schwarzen Kaninchen des Todes“.
Im Publikum auch ich, fortan traumatisiert durch den blutrünstigen Hasengeneral Woundwort. (Falls ihr nicht wisst wie der aussieht, googelt mal… Nicht gerade ein Kandidat für die Rolle des Osterhasen.)
Seither frage ich mich, wie man eigentlich auf die Idee kommen kann, dass es sich bei dieser Geschichte um einen Kinderfilm handelt. Denn mir wurde von mehreren meiner Mitmenschen bestätigt, dass auch sie sich damals bei diesem Film ziemlich gegruselt hätten. Der eine oder andere so sehr, dass die Eltern das verängstigte Kind weinend hinter der Couch versteckt vorfanden. Wahrscheinlich hat dieser Film eine ganze Generation verstört…

Watership Down

Aber jetzt, so kurz vor Ostern, und ca. 20 Jahre später, war es vielleicht doch mal an der Zeit, mich meinen Kindheitsängsten stellen. Deshalb wollte ich zunächst einmal das Buch zu lesen, auf dem dieser Film beruht: Watership Down von Richard Adams. Bücher sind schließlich Freunde.

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[Gesehen] Beauty and the Beast

Es gibt Filme, da weiß ich quasi schon bei Drehbeginn, spätestens aber nach dem ersten Trailer, dass ich sie unbedingt sehen muss. Und zwar an dem Tag, an dem sie ins Kino kommen. Oder spätestens am Wochenende danach. Und dann nochmal. Und nochmal. Und nochmal!

Beauty and the Beast gehörte nicht zu diesen Filmen.
Den Trailer fand ich zwar ganz nett, aber ich war trotzdem einige Zeit unschlüssig, ob ich mir Hermine Die Schöne und das Biest tatsächlich anschauen sollte. Aus dreierlei Gründen. Erstens begeistern mich Liebesgeschichten meistens eher mäßig bis gar nicht. Zweitens bin ich kein großer Freund von Filmen, in denen viel gesungen wird – ja, ich weiß, das ist eine unpopuläre Meinung. Aber La La Land hatte mich unlängst erst wieder in meiner Abneigung bestätigt.  Und drittens mag ich Emma Watson zwar sehr, aber als Schauspielerin hat sie mich bislang noch nicht so wirklich überzeugt.

Nachdem eine liebe Freundin aber auf meine Frage, ob sich der Film denn lohne, mit den Worten: „Ich finde, man kann das durchaus machen“ antwortete und dann auch vorschlug, dass wir uns den Film nochmal zusammen anschauen könnten, war ich dann doch entschlossen, mich auf die Sache einzulassen. Auch wenn ich mich insgeheim auf die Möglichkeit vorbereitete, zwei Stunden lang genervt mit den Augen zu rollen.
Aber immerhin hatte ich den dazugehörigen Zeichentrickfilm nie gesehen und so bestand auch keine Gefahr, dass kostbare Kindheitserinnerungen besudelt werden konnten.
Mit immernoch recht gespaltener Persönlichkeit fand ich mich dann also gestern im CineStar Original am Potsdamer Platz wieder – eine Hälfte von mir dachte „Das wird bestimmt ganz nett“ während die andere Hälfte vehement ausrief: „Das wird garantiert schrecklich!“ Gemischte Erwartungen also. Weiterlesen

Fantastic Beasts and Where to Find Them

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Als ich hörte, dass man Fantastic Beasts und Where to Find Them verfilmen wollte, war ich, wie viele andere, zunächst ausgesprochen skeptisch. Wie zur Hölle sollte man aus einem ganze 42 Seiten umfassenden Lexikon einen guten zweistündigen Kinofilm machen?
Aber als während der Produktion immer mehr Details ans Licht kamen – dass die Königin, J.K. Rowling, persönlich das Drehbuch schreibt, dass Harry Potter Regisseur David Yates Regie führt und nicht zuletzt dass der Oscar prämierte, sympathische und im Großen und Ganzen einfach wunderbare Eddie Redmayne die Titelrolle übernehmen wird – verflüchtigten sich meine Bedenken langsam und verwandelten sich in Vorfreude. Wohlgemerkt versuchte ich diese im Zaum zu halten. Denn es ist natürlich so, dass der, der sich übermäßig freut auch übermäßig enttäuscht werden kann…

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